Zecken auf dem Vormarsch

Die schönste Jahreszeit im Jahr ist leider auch die von den Zecken bevorzugte. Gerade im Frühsommer, wenn die Hosenbeine und Hemdsärmel kürzer werden, fühlt sich die Ixodida am wohlsten. Daher ist es wichtig zu wissen, in welchen Gebieten in Bayern sie besonders verbreitet sind.

Zecken ist vor allem in warmen und feuchten Jahreszeiten aktiv. Weltweit gibt es über 900 Zeckenarten. Die in Deutschland am häufigsten vorkommende ist die Schildzecke. So ist München mit seinen zahlreichen Parks ein beliebter Aufenthaltsort. Dort findet der Parasit eine variantenreiche Anzahl von Wirten. Diese Zeckenart ernährt sich von Proteinen wie Hämoglobin und Lipidien wie Cholesterin. Daher sind Vögel, Hunde und natürlich die Nackerten am Eisbach die bevorzugte Nahrungsquelle.

Weltweit gibt es weit über 50 Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können. Von der Schildzecke gehen vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose aus.

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektion. Man erkennt sie meist an der ringförmigen Rötung, die sich an der Stelle des Zeckenbisses ausbreitet. Dieses Symptom tritt nach einigen Tagen oder Wochen auf. Des weiteren sind auch die für eine Sommergrippe auftretenden Symptome typisch. Die Borreliose kann gut mit Antibiotika behandelt werden. Eine Impfung ist derzeit noch nicht möglich.

Das FSME-Virus greift das Zentrale Nervensystem des Menschen an, und kann zum Tod führen. Vor allem ältere Menschen laufen Gefahr, an dieser Krankheit zu sterben. Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und, im fortgeschrittenen Stadium, ein steifer Nacken. Da FSME nicht behandelt werden kann, ist besondere Vorsicht in Zeckengebieten angebracht.

Bei Tieren wurde bisher keine Infektion mit dem FSME-Virus nachgewiesen. Im Gegensatz dazu kann Ihr Haustier an Borreliose erkranken. Antriebs-, Appetitlosigkeit und Fieber sind typische Symptome. Da die Behandlung sehr langwierig und kostenintensiv ist, lohnt es sich Ihren Liebling im Vorfeld zu impfen. Auch zeckenabweisende Mittel haben meist eine gute Wirkung.

Die als Hundemalaria bekannte Babesiose wird durch die Auwaldzecke übertragen. Diese ist vor allem in Auwäldern, Mooren und Laubwäldern beheimatet.

Die Stadt München ist nach aktuellem Stand kein FSME-Gebiet. Im Gegensatz dazu sollten Sie in den Landkreisen Erding und Freising bei Wanderausflügen hinsichtlich Zecken auf sich und Ihren tierischen Begleiter acht geben.