Reiterstaffel der Bayerischen Polizei – ein geschichtlicher Überblick

Die Reiterstaffel der Bayerischen Polizei hat ihren Ursprung vor über hundert Jahren. Am 1.10.1898 wurde die Königliche Gendarmerie-Stadt-Kompanie ins Leben gerufen. Von nun an waren in der 600-köpfigen Kompanie 34 Schutzmänner zu Pferde unterwegs. Die Pferde waren damals in der ehemaligen Schwere-Reiter-Kaserne in der Kohlstraße untergebracht. Eigentümer der Pferde waren nicht der Staat, sondern die Beamten selbst.

Dies änderte sich in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Reiterstaffel wird nun von Züchtern aus den hannoverischen Gebieten bestückt. Die Beamten bekommen den Aufwand für die Pflege des ihnen zugewiesenen Tieres mit 15 DM vergütet. Mit dem Verkauf von Pferdemist war auch Geld zu machen, welcher anfangs ebenfalls den Beamten zugute kam. Später wurde diese Zuwendung jedoch beschnitten. Das Geld floss in die Finanzierung von Veranstaltungen. Die Bewaffnung wurde den modernen Gegebenheiten angepasst. Der Säbel war nun länger und durch eine Browningpistole und einem Gummiknüppel ergänzt.

In der Max II-Kaserne in der Dachauer Straße fand ab 1929 die Aus- und Fortbildung der polizeilichen Reiter statt. Die Gründung der Polizeireitschule München war somit perfekt. Der Pferdebestand wurde ab diesem Zeitpunkt interessanterweise vom Erzrevalen, aus preußischen Zuchtgebieten, regelmäßig aufgestockt.

Der 2. Weltkrieg hatte sowohl Folgen für den Umfang der Reiterstaffel, als auch auf deren Standort: Nahezu alle Reiter fielen an der Front. Die Unterkünfte der Pferde wurden vollständig zerstört und auf umlegende Bauernhöfe wie Ramersdorf und Perlach ausgelagert werden. Der Name der Truppe wurde in Berittene Schutzmannschaft S 7 umgeändert. Drei Jahre nach Kriegsende fanden die Reiter und deren Pferde in der Barbarastraße in München eine neue Unterkunft. In dieser Zeit entstanden die Schmiede, Kühlstände, offene Reitbahnen und Wagenschuppen.

Seit 1973 ist die Reitschule im schönen Hufeisenstall im Olympia-Reitgelände in Riem zu finden.