Der Igel im Herbst – Wann braucht er Hilfe beim Überwintern?

Herbst, nun beginnt er aufs Neue: der Wettlauf Igel gegen Zeit! Wird er es noch schaffen, sich das nötige Gewicht anzufressen, damit er den kommenden Winter überstehen kann? Braucht er beim Überwintern vielleicht die Hilfe des Menschen und wie soll diese aussehen? Dies sind nur einige der Fragen die sich Wildfreunde jedes Jahr wieder stellen. Beachtet man ein paar Tipps, kann dem Wildtier mit wenig Aufwand geholfen werden.

Ein normalgewichtiger gesunder Igel zieht sich gewöhnlich ab etwa November zu seinem Winterschlaf zurück. Das heißt, er verkriecht sich in sein Nest, senkt seine Körpertemperatur stark ab, reduziert seine Herztöne und seinen Puls, um so die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Dies ist erforderlich, da er im Winter keine Nahrung findet und keinen Winterpelz besitzt.

Welche Igel brauchen unsere Hilfe?

  1. Jungigel, die es nicht mehr schaffen, sich ein Gewicht von 500-600 Gramm (das Tier sollte in etwa die Größe einer Kilo-Packung Zucker haben) anzufuttern
  2.   abgemagerte Altigel (Kennzeichen: langer, dünner Körper; eingefallene Flanken, schlaffe Haut und ausgeprägtes Rückgrat)
  3.   kranke und unterkühlte Tiere (Merkmal: Torkeln, Zittern, Liegen ungeschützt im Freien)
  4.   verletzte „Stachler“

Wie kann ich helfen?

  1. Zufüttern mit Igel-und Katzentrockenfutter, Katzennaßfutter ohne Soße und Gelee (Durchfallgefahr), geschälte ungesalzene Nüsse und Sonnenblumenkerne (ACHTUNG: zum Trinken nur Wasser, keine Milch oder Sahne!!)
  2. Winterquatiere schaffen (z.B. mit Planen abgedeckte, trockene Laubhaufen)
  3. stark untergewichtige und kranke Tiere dürfen nicht in den Winterschlaf fallen (ab ca. 8-10°C) und benötigen daher eine Temperatur von mindestens 15°C
    • Unterbringung: in einem trockenen und ruhigen Raum mit Tageslichteinfall
    • Quartier: dickwandiger Karton oder Holzkiste (Mindesthöhe 50 cm; je größer desto besser) ausgelegt mit Zeitungspapier, Kleintiereinstreu, reichlich Heu und Schlafhaus
  4. Bei verletzten oder kranken Tieren ist unbedingt die Unterstützung durch einen igelerfahrenen Tierarzt oder einer Igelstation erforderlich. Auch gesunde Igel sollte man vor dem Überwintern von Ungeziefer, d.h. Flöhe, Zecken und innere Parasiten, befreien lassen.

Haben die kleinen stachligen Gesellen den Winter gut überstanden bleiben sie in einem igelgerechten Garten dem Besitzer meist über Jahre treu.