Aufruf: „Rettet die Schildkröten im Westpark“

Auf Nachfrage beim Münchner Tierheim, ob und wenn ja etwas für die Schildkröten im Westpark getan werden kann, erhielten wir eine ausführliche Antwort von Dr. Markus Baur, Fachtierarzt für Reptilien und Leiter der Auffangstation für Reptilien, München e.V.

Das Problem ist bekannt. Die Hilflosigkeit groß und die vorhandenen Gesetze Papiertiger. Verantwortung für Tiere hört beim Geld schnell auf, wenn die Betroffenen keine Wählerstimme haben, oder Arbeitsplätze schaffen. Gutgemeinte Gesetze nützen nichts, um Misstände zu beheben, wenn Geld und Wille fehlt.

Zu den Fakten: Der Westpark ist für die Schildkröten das Ende einer langen Reise aus USA oder Asien. Dort werden sie nach gewinnorientierten Gesichtspunkten produziert, um dann im europäischen Fachhandel ohne gewissenhafte Beratung an völlig uninformierte Laufkundschaft verkauft zu werden. Die Käufer sind sich über Kosten und Umfang der Pflege nicht bewusst.

Schnell wird dann das Tier zum Wegwerfartikel und Neozoen, das auch noch als Faunenverfälscher geächtet ist. Das Aussetzen von Schildkröten ist nicht ethisch und moralisch zu rechtfertigen, sondern auch gem. §§ 1 und 2 des Tierschutzgesetzes eine Straftat.

Aber was tun – Ganz konkret im Fall unserer Schildkröten im Westpark?

Zurückbringen – schön, die Frage ist nur: Wohin zurück? Teilweise wird propagiert die Tiere nach China zu exportieren, wo sie dann gegessen werden. Andere, auch öffentliche Stellen, plädieren für die Tötung der Tiere, was jedoch ebenfalls einen erheblichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt.

Generell sollten wir alle dazu beitragen, dass die Anzahl von unbedarft gekauften Tieren abnimmt. Aufklärung auf breiter Front und Anschaffung nur, wenn eine lebenslange Betreuung sichergestellt ist.

Des Weiteren sollten wir uns dafür einsetzen, dass die eigentlichen Verursacher des Problems, die Erzeugerstaaten und der Tierhandel in die Pflicht genommen wird. Warum kein Gesetz, dass abgegebene Tiere zurückgenommen werden müssen, genauso wie Plastikflaschen und Elektrogeräte auch. Dann würden die Marktmechanismen für die Kreatur und nicht mehr gegen die Kreatur wirken.

Und ganz konkret im Fall der Schildkröten im Westpark? Wir klären mit dem Referat für Gartenbau, ob eine Schildkröten Rettungsaktion Zustimmung findet und suchen dann nach freiwilligen Helfern und Spendengelder, diese Tiere in eine Auffangstation zu bringen, wo sie den Winter überleben können.

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