Arbeiten mit Tieren: Traumjob Tiertrainer

Ob Kalle, Robbie oder Charlie: Filmtiere sind die Stars im deutschen Fernsehen. Das Arbeiten mit Tieren ist für viele Menschen ein Traumberuf. Allein im Großraum München gibt es drei große Filmtierhöfe, die vom Wolfshund bis zum Küken alle möglichen Tiere fit für den Auftritt vor der Kamera machen. Eines ist allen Tiertrainern gemeinsam: der ethische Anspruch an eine artgerechte Tierhaltung. Wer hinter jedem Pfötchengeben auf Kommando Tierquälerei und Zwingerhaltung vermutet, liegt falsch.

Auf den Einklang zwischen Mensch und Tier kommt es in diesem Tierberuf nämlich in erster Linie an. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Filmhund Lucca, der im Kinderfilm Toni Goldwascher die tierische Hauptrolle spielt. Eve Schwender, die seit 14 Jahren Tiere auf ihrem Anwesen im Isental trainiert, hat die Mischlingshündin im Alter von einem Jahr aus dem Tierheim gerettet. Dort war sie vorher schon zweimal mit der Begründung „Problemhund“ wieder abgegeben worden. Schnell merkte die Trainerin, dass Lucca einfach nur unterfordert war.

Der Tiertrainer Christoph Kappelt, der seit 20 Jahren Tiere für verschiedenste Produktionen auf die Arbeit vor der Kamera vorbereitet, schreibt:

„Sie erwarten keine Gage, abgesehen von einem gefüllten Fressnapf, sie wollen eine Aufgabe, für die es sich lohnt, im Alltag Kompromisse einzugehen. Sie wollen am Ende des Tages von einem Erfolgserlebnis gekrönt, ausgelastet, satt und glücklich einschlafen. Wird das Tier nicht überfordert und seinem Talent entsprechend gefordert, ist eine interessante Aufgabenstellung – ob beim Film oder im Alltag – eine Bereicherung in seinem Leben.“

„Tiere im Rampenlicht“ heißt Kappelts Buch, das sich von A-Z mit diesem Tierjob auseinandersetzt.

Eve Schwenders einfühlsame Arbeit mit dem „schwierigen Hund“ hat sich ausgezahlt: Nach einem Jahr war Lucca soweit, ihre erste Filmrolle anzunehmen – und ist heute der gefragteste Star in der Filmtierszene.